In diesen Tagen geht es wieder durch die Presse: die EZB (Europäische
Zentralbank) hält an ihrer Niedrigzinspolitik fest, sie flutet weiter
die Märkte mit frischem, billigen Geld indem sie Staatsanleihen
aufkauft. Banken, die ihr Geld bei der EZB parken, zahlen Strafzinsen.
Die Allianzversicherung rät vom Abschluss klassischer
Lebensversicherungen ab.
Das alles hat einen großen Einfluss auf den gemeinen Bürger, seinen
Vermögensaufbau und seine Altersvorsorge bzw. Ruhestandsplanung. Ich
möchte heute weniger die Volkswirtschaftlichen Vor und Nachteile
erörtern, sondern viel mehr über die Bedeutung für den privaten Haushalt
diskutieren.
Es gibt dabei – wie so oft im Leben – Vorteile und Nachteile.
Das Umfeld der niedrigen Zinsen macht nicht nur Sparern schwer zu
schaffen. Auch Versicherungskonzerne leiden darunter. Das trifft vor
allem die Garantiepolicen.
Geld verdienen in der Niedrigzinsphase: einer der größten Vertreter
hat dieses Ziel jetzt aufgegeben – und deutet damit einen möglichen
neuen Trend an.
Es war eine bemerkenswerte Nachricht, die vor rund zwei Wochen die Runde machte: Der schottische Versicherungskonzern Standard Life will seine Garantieprodukte
einstellen. Was sich anhört wie eine routinemäßige Bereinigung der
Produktpalette, hat einen tiefergehenden Hintergrund: Mit dieser
Maßnahme reagiert Standard Life auf die seit geraumer Zeit anhaltende Niedrigzinsphase.
Schließlich leiden die Schotten wie auch andere Versicherer darunter,
dass sie bei einem garantierten Zins die Hände für eine bestimmte
Rendite ins Feuer legen müssen – das aber angesichts des widrigen
Marktumfelds einfach nicht mehr können. Sparer spüren ja selbst, wie
schwierig es ist,
Erbschaft, Immobilienverkauf, Abfindung, fällige Lebensversicherungen… jetzt heißt es, die passenden Geldanlagen zu finden.
Durch die anhaltende Niedrigzins-Politik und steigende Verbraucherpreise bei Dingen des täglichen Bedarfs (Energie, Lebensmittel, Dienstleistungen etc.) ist Kaufkrafterhalt mit den meisten angebotenen Kapitalanlagen nicht mehr möglich. Vermögensverluste sind die Langzeitfolgen.
Die Erwartung der meisten Anleger ist durchaus realistisch: Kapitalerhalt nach Kosten, Inflation und Steuern oder im besseren Fall Vermögenszuwachs wird gewünscht. Versprochen wird viel – gehalten wenig! Der überforderte und hilfesuchende Anleger steht ganzen Heerscharen von top-ausgebildeten und rhetorisch geschulten Beratern und Produktverkäufern gegenüber.
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Die Referentin ist freie Sachverständige für Kapitalanlagen und Altersvorsorge, vom Bundesverband der Ruhestandsplaner Deutschland e.V. zertifizierte Ruhestandsplanerin, Finanzfachwirtin(FH) und seit 17 Jahren unabhängige Finanz- und Versicherungsmaklerin. Frau Klüber-Wiedemann schreibt seit Jahren Fachartikel und Expertentipps für die Lindauer Bürgerzeitung und ist seit 15 Jahren Dozentin bei öffentlichen Bildungseinrichtungen.
Manuela Klüber-Wiedemann
Ruhestandsplaner
Bodensee
Kemptener Str. 61
88131 Lindau (B)
Tel.: 0 83 82/5 04 39 63
Termin:
http://manuelaklueberwiedemann.goldener-ruhestand.de/geld-anlegen